was sind vorbörsliche kurse überhaupt?
Stell dir die Börse wie einen großen Marktplatz vor. Normalerweise öffnet dieser Marktplatz zu festen Zeiten, sagen wir um 9 Uhr morgens, und schließt um 17:30 Uhr. Das ist der offizielle Handel. Aber was ist mit der Zeit davor? Genau hier kommen die vorbörslichen Kurse ins Spiel. Vorbörslicher Handel (oft auch Pre-Market genannt) bezeichnet den Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren, der stattfindet, bevor der offizielle Börsenhandel beginnt.
Dieser Handel ist oft weniger stark frequentiert als der Haupthandel. Dennoch ist er wichtig, weil hier schon erste Bewegungen sichtbar werden. Es ist wie ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dich später am Tag erwartet. Du kannst dort Orders platzieren oder bereits ausgeführte Orders sehen, die sich auf den offiziellen Kurs auswirken können. Für dich als Privatanleger ist es wichtig zu verstehen, dass dieser Handel meist über spezielle elektronische Handelssysteme oder Broker abgewickelt wird, die diesen Service anbieten.
warum gibt es diesen handel vor der öffnung?
Der Hauptgrund ist Flexibilität. Nicht jeder kann oder möchte mitten am Tag handeln. Vielleicht arbeitest du tagsüber oder möchtest auf wichtige Nachrichten reagieren, die über Nacht oder sehr früh am Morgen veröffentlicht wurden. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel um 7 Uhr morgens seine Quartalszahlen veröffentlicht, reagiert der Markt sofort. Diese Reaktion siehst du zuerst im vorbörslichen Handel. Du kannst somit schneller auf neue Informationen reagieren, als wenn du bis zur offiziellen Markteröffnung warten müsstest. Dieser frühe Handel schafft also mehr Raum für deine Entscheidungen.
VIDEO: Wie entstehen Aktienkurse? Aktien Kurse einfach verstehen
wie unterscheiden sich die kurse vom offiziellen handel?
Der größte Unterschied liegt in der Liquidität. Liquidität beschreibt, wie viele Käufer und Verkäufer gerade aktiv sind. Im vorbörslichen Handel ist die Liquidität oft geringer. Stell dir vor, du bist auf einem kleinen Flohmarkt anstatt auf einem riesigen Wochenmarkt. Das bedeutet, dass die Spanne zwischen dem höchsten Kaufangebot (Geldkurs) und dem niedrigsten Verkaufspreis (Briefkurs) – die sogenannte Spanne – oft größer ist. Das ist ein wichtiger Punkt, den du dir merken musst.
Wenn du im vorbörslichen Handel eine Aktie kaufst, zahlst du eventuell einen etwas höheren Preis, als wenn du später am Tag kaufst, einfach weil weniger Angebot vorhanden ist. Umgekehrt bekommst du beim Verkauf vielleicht etwas weniger. Das ist der Preis für die frühe Teilnahme am Marktgeschehen.
deine praxis-checkliste: vorbörslich handeln
Du überlegst, ob du deine ersten Trades schon vor der offiziellen Eröffnung tätigen sollst? Das ist eine gute Überlegung. Hier sind die praktischen Schritte, die du beachten solltest, um Risiken zu minimieren und Chancen zu erkennen.
1. der richtige broker ist entscheidend
Nicht jeder Broker bietet automatisch den Handel vorbörslich an. Du brauchst einen Broker, der Zugang zu den entsprechenden elektronischen Handelsplattformen im Pre-Market hat. Schau in die Konditionen deines Brokers. Dort siehst du, welche Handelszeiten angeboten werden und welche Gebühren anfallen. Manche Broker erlauben Orders bereits ab 8:00 Uhr morgens, andere erst ab 7:30 Uhr.
Achte darauf, welche Börsenplätze oder Handelspartner dein Broker für den vorbörslichen Handel nutzt. Manchmal ist der Handel dort günstiger oder bietet eine bessere Auswahl an Wertpapieren als bei anderen Anbietern. Informiere dich genau über die Kostenstruktur, damit du keine bösen Überraschungen erlebst, wenn du deine aktuelle vorbörsliche kursentwicklung prüfen möchtest.
2. achte auf wichtige nachrichten und ereignisse
Der vorbörsliche Handel wird stark von Nachrichten getrieben. Bevor du eine Order aufgibst, frage dich: Was hat sich seit gestern Abend getan?
• Unternehmensmeldungen: Hat eine Firma, in die du investiert hast, neue Zahlen oder eine Produktankündigung veröffentlicht? Diese Infos sind oft der Motor für frühe Kursbewegungen.
• Makroökonomische Daten: Wirtschaftszahlen, wie Inflationsraten oder Arbeitsmarktdaten aus den USA oder Europa, kommen oft sehr früh und beeinflussen den gesamten Markt.
• Analystenempfehlungen: Manchmal heben oder senken große Banken ihre Kursziele über Nacht. Diese Änderungen führen häufig zu einem sofortigen Anstieg oder Fall im Pre-Market.
Wenn du diese Informationen kennst, kannst du besser einschätzen, warum der aktuelle börsenkurs vor handelsbeginn so aussieht, wie er aussieht.
Informative Quellen
Hier ist eine kuratierte Liste von Links, die dir alles über Vorbörsliche kurse verraten.
• DAX aktuell heute realtime | DAX Kurs | Index – boerse.de
3. nutze limit-orders, keine markt-orders
Das ist wahrscheinlich der wichtigste praktische Tipp für den vorbörslichen Handel. Wenn du eine Markt-Order platzierst, verkaufst oder kaufst du sofort zum aktuell besten verfügbaren Kurs. Wegen der geringeren Liquidität im Pre-Market kann dieser Kurs im Vergleich zum späteren offiziellen Handel schlechter sein, als du erwartet hast. Das kann dich unnötig Geld kosten.
Nutze stattdessen immer eine Limit-Order. Mit einer Limit-Order legst du fest, zu welchem maximalen Preis du kaufen oder zu welchem minimalen Preis du verkaufen möchtest. Wenn der Markt deinen gewünschten Kurs nicht erreicht, wird die Order einfach nicht ausgeführt. So stellst du sicher, dass du nicht zu einem ungünstigen Preis handelst, selbst wenn die Kurse verrücktspielen, weil nur wenige große Akteure am Handel beteiligt sind. Du behältst die volle Kontrolle über deinen vorbörslichen aktienpreis.
die typischen zweifel und wie du sie auflöst
Es ist ganz natürlich, dass du Bedenken hast. Viele Anleger fragen sich, ob der vorbörsliche Handel überhaupt seriös ist oder ob er nur für Profis gemacht wurde. Lass uns diese Zweifel direkt ansprechen.
zweifel 1: ist das ganze nicht viel zu riskant?
Ja, das Risiko kann höher sein, wenn du unvorbereitet bist. Der Grund ist die geringere Liquidität. Wenn du große Mengen an Aktien handeln möchtest, kann es schwierig werden, schnell einen Abnehmer oder Verkäufer zu finden, ohne den Kurs stark zu beeinflussen. Für kleinere Trades ist das Risiko beherrschbar, wenn du deine Limit-Orders korrekt setzt. Betrachte den Pre-Market eher als ein Frühwarnsystem oder einen Ort für schnelle Reaktionen auf Top-Nachrichten, nicht als deinen Haupt-Handelsplatz.
zweifel 2: kann ich den späteren tageskurs vorhersagen?
Manchmal, ja. Wenn eine Aktie im Pre-Market stark steigt und das Handelsvolumen hoch ist, deutet das oft darauf hin, dass der offizielle Handel ebenfalls mit einem Aufschlag beginnt. Das ist eine starke Tendenz, aber keine Garantie. Die großen institutionellen Anleger steigen oft erst um 9 Uhr richtig ein. Diese können die Stimmung dann noch einmal drehen. Nutze die vorbörslichen Kurse als Indikator, nicht als unumstößliches Orakel für den Rest des Tages.
zweifel 3: muss ich spezielle software nutzen, um die vorbörslichen kurse zu sehen?
Für das reine Kaufen und Verkaufen brauchst du oft nur deinen normalen Broker-Account, solange dieser Pre-Market-Handel anbietet. Um die Kurse allerdings aktuell und übersichtlich zu verfolgen, ist eine gute Kursanzeige hilfreich. Viele kostenlose Finanzportale zeigen die Entwicklung im Pre-Market an, oft mit einer kleinen Kennzeichnung wie „Pre-Market“ oder „Extended Hours“. Wenn du die Möglichkeit hast, nutze eine Oberfläche, die dir die Spreads übersichtlich darstellt, damit du die tatsächlichen Handelsaktivitäten besser einschätzen kannst. Für weitere Informationen zu aktuellen Kursen und Finanzdaten besuche bitte die Seite mit den aktuelle Kurse, Börsenkurse und Finanzdaten.
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deine strategie für den blick in die zukunft des handels
Wenn du dich entscheidest, den vorbörslichen Handel zu beobachten oder daran teilzunehmen, entwickle eine klare Strategie. Verlasse dich nicht auf dein Bauchgefühl.
Denke daran, dass der Handel außerhalb der Hauptzeiten oft eine gute Gelegenheit bietet, um auf spezifische Unternehmensereignisse zu reagieren, die außerhalb der normalen Geschäftszeiten stattfinden. Wenn du zum Beispiel den aktuellen aktienkurs im vorbörslichen handel einer Technologie-Aktie siehst, die über Nacht eine neue Partnerschaft bekannt gegeben hat, kannst du entscheiden, ob du sofort einsteigst oder wartest, bis die Masse um 9 Uhr einsteigt.
Für deine langfristigen Anlagen ist der vorbörsliche Handel meist weniger relevant. Hier zählt die fundamentale Stärke des Unternehmens. Für den kurzfristigen Handel oder um schnelle Gewinne mitzunehmen, kann das Verständnis für die Mechanismen des Pre-Market aber durchaus nützlich sein. Handle immer nur mit Geld, dessen Verlust du verkraften kannst, und halte dich strikt an deine Limits.
häufig gestellte fragen
wie früh kann ich mit dem vorbörslichen handel beginnen?
Das hängt stark von deinem Broker und der spezifischen Handelsplattform ab, die er nutzt. Oft beginnt der Handel für Privatanleger schon zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr morgens. Prüfe immer die genauen Handelszeiten deines Brokers, damit du weißt, wann du deine ersten Orders platzieren kannst.
zahle ich beim vorbörslichen handel mehr gebühren?
Das ist nicht immer der Fall, aber Vorsicht ist geboten. Einige Broker verlangen für den außerbörslichen Handel spezielle, eventuell höhere Gebühren. Andere Broker bieten den Pre-Market sogar kostenlos an, wenn bestimmte Handelsplätze genutzt werden. Vergleiche die Konditionen genau, bevor du eine Order sendest, um unerwartet hohe Transaktionskosten zu vermeiden.
ist es besser, im vorbörslichen handel zu kaufen oder zu warten?
Das kommt auf deine Information und deine Strategie an. Wenn du auf eine große positive Nachricht reagierst und schnell sein möchtest, kann der Kauf im Pre-Market sinnvoll sein. Warte aber lieber ab, wenn du dir unsicher bist oder wenn die Liquidität sehr niedrig erscheint. Für die meisten langfristigen Anleger ist das Abwarten bis zum offiziellen Handelsstart die sicherere Variante, um von höherer Liquidität zu profitieren.
