Der erste Schritt: Finde dein perfektes Kursthema
Bevor du irgendwo Videos aufnimmst oder Texte schreibst, musst du wissen, was du eigentlich anbieten willst. Dein Thema muss nicht revolutionär sein. Oft sind es die alltäglichen Fähigkeiten, die andere gerne lernen möchten. Du bist gut im Stricken? Du kennst dich mit der Buchhaltung kleiner Betriebe aus? Du weißt, wie man einen perfekten Sauerteig macht? Perfekt.
Die Schnittmenge deiner Fähigkeiten
Überlege dir, wo deine Expertise auf die Bedürfnisse anderer trifft. Es geht nicht nur darum, was du kannst, sondern was andere bereit sind, dafür zu bezahlen, um ein Problem zu lösen oder ein Ziel zu erreichen. Stell dir diese drei Fragen:
• Was frage ich meine Freunde oder Kollegen immer wieder?
• Wo habe ich schon Erfolge erzielt, die andere beeindrucken?
• Welche Fähigkeiten haben mir geholfen, ein großes Problem in meinem Leben zu lösen?
Wenn du zum Beispiel hervorragend darin bist, deine Steuererklärung schnell zu erledigen, dann ist ein Kurs zum Thema „Steuern einfach für Selbstständige“ eine Überlegung wert. Du löst damit akute Schmerzpunkte.
Teste deine Idee, bevor du alles baust
Bevor du monatelang an einem Mammutprojekt arbeitest, validiere deine Idee. Das bedeutet, du fragst gezielt nach, ob Menschen dafür Geld ausgeben würden. Du kannst das auf verschiedene Weisen tun:
• Umfragen in Foren oder Gruppen: Frage, welche Hürden die Leute bei deinem Thema haben.
• Ein Mini-Workshop: Biete ein einstündiges, günstiges Webinar an. Wenn sich dort Leute anmelden, hast du einen Beweis, dass Interesse besteht.
• Warte auf die Nachfrage: Wenn du über dein Thema sprichst, achten darauf, welche Fragen immer wieder auftauchen. Das sind deine ersten Kursmodule.
Struktur schaffen: Dein Kurs braucht ein solides Gerüst
Ein erfolgreicher Online Kurs führt den Lernenden von A nach B. Wenn du einfach nur wahllos dein Wissen aufschreibst, verwirrt das deine Teilnehmer. Denke immer an das Ergebnis, das dein Kursteilnehmer erreichen soll.
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Vom großen Ziel zu kleinen Lektionen
Dein Kurs sollte eine klare Roadmap haben. Zerlege das große Lernziel in logische Schritte. Stell dir vor, du backst einen Kuchen. Du beginnst nicht mit der Glasur, sondern mit dem Teig.
• Das Hauptziel definieren: Was kann der Teilnehmer nach dem Kurs? (Z.B. „Ich kann meine erste funktionierende WordPress-Website erstellen.“)
• Module festlegen: Das sind die großen Abschnitte. (Z.B. Modul 1: Hosting und Domain; Modul 2: WordPress installieren; Modul 3: Design auswählen.)
• Lektionen erstellen: Jedes Modul besteht aus mehreren kleinen, leicht verdaulichen Lektionen. Eine Lektion sollte idealerweise nur einen einzigen Punkt behandeln. (Z.B. Lektion 2.1: Die Datenbank einrichten.)
Achte darauf, dass deine Lektionen kurz sind. Niemand möchte eine Stunde am Stück ein Video anschauen, wenn es in 10 Minuten erklärt wäre. Kurze Videos oder Texte sind besser für die Konzentration.
Das richtige Format für deinen Kursinhalt
Wie bringst du deinen Inhalt rüber? Du musst kein Hollywood-Regisseur sein, um einen guten Kurs zu erstellen. Die Authentizität zählt mehr als Hochglanz.
• Video: Perfekt für Demonstrationen, Erklärungen, bei denen Mimik wichtig ist. Du brauchst eine gute Kamera (oft reicht das Handy) und ein externes Mikrofon. Schlechter Ton ist schlimmer als ein unscharfes Bild.
• Screenshares: Unverzichtbar, wenn du Software zeigst. Du nimmst deinen Bildschirm auf und erklärst, was du tust.
• Arbeitsblätter und Checklisten: Diese Materialien sind Gold wert. Sie helfen dem Teilnehmer, das Gelernte sofort anzuwenden. Biete unbedingt Vorlagen zum Herunterladen an.
• Texte: Manchmal ist eine einfache, gut strukturierte Textanleitung besser als ein 20-minütiges Video.
Die technische Seite: Wo hostest du deinen Kurs?
Jetzt wird es technisch, aber ich halte es einfach. Du brauchst eine Plattform, um deinen Kurs zu präsentieren und zu verkaufen. Hier gibt es zwei Hauptwege, wenn du deinen Online Kurs erstellen und verkaufen möchtest.
Mehr zu diesem Thema
Hier ist eine kuratierte Liste von Links, die dir alles über Online Kurse erstellen und erfolgreich verkaufen verraten.
• Online Kurs verkaufen? 7 Dinge, die du brauchst
1. Der Marktplatz-Ansatz (Einfacher Start)
Plattformen wie Udemy oder Skillshare nehmen dir viel Arbeit ab. Sie kümmern sich um die Technik, die Zahlung und bringen dich sogar potenziellen Käufern näher.
• Vorteil: Sehr geringe Einstiegshürde, sofortige Reichweite.
• Nachteil: Du hast wenig Kontrolle über Preisgestaltung und Kundendaten. Die Plattform nimmt einen großen Anteil an deinen Einnahmen.
2. Die eigene Plattform (Mehr Kontrolle)
Du nutzt eine sogenannte Lernmanagementsystem-Software (LMS), um deinen Kurs auf deiner eigenen Webseite zu hosten. Beliebte Optionen sind spezialisierte Tools, die sich gut in bestehende Webseiten integrieren lassen.
• Vorteil: Du behältst 100% der Einnahmen (abzüglich Zahlungsgebühren) und baust eine direkte Beziehung zu deinen Kunden auf. Du kontrollierst das Branding.
• Nachteil: Du musst dich selbst um das Marketing kümmern. Du musst die Technik einmalig einrichten.
Mein Tipp für den Anfang: Wenn du noch unsicher bist, starte klein und nutze einen Marktplatz, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie deine Inhalte ankommen. Wenn die Nachfrage da ist, ziehe auf deine eigene Plattform um.
Deinen Kurs erfolgreich verkaufen
Das Erstellen ist die halbe Miete. Der Verkauf ist die andere Hälfte. Viele Experten scheitern hier, weil sie denken, ein guter Kurs verkauft sich von allein. Das tut er nicht. Du musst aktiv werden, um deinen Kurs an die richtigen Leute zu bringen.
Kenne deinen idealen Kursteilnehmer
Du verkaufst nicht an „jeden“, der sich für dein Thema interessiert. Du verkaufst an die Person, die dein Problem am dringendsten lösen will. Wer ist das genau? Was macht diese Person beruflich? Welche Ängste hat sie, wenn sie an deinem Kursthema arbeitet?
Wenn du weißt, wer dein Kunde ist, kannst du genau dort werben, wo er sich aufhält. Sprichst du Handwerker an, bist du vielleicht in Handwerker-Netzwerken aktiv. Sprichst du junge Mütter an, sind andere Kanäle wichtig.
Preisgestaltung: Was ist dein Wissen wert?
Das ist oft ein großer Stolperstein. Du solltest deinen Preis nicht danach festlegen, wie viele Stunden du für die Erstellung gebraucht hast. Du legst den Preis danach fest, welchen Wert der Kurs dem Kunden bringt.
Ist dein Kurs 49 Euro wert, weil er eine schnelle Abkürzung bietet, oder 499 Euro, weil er jemandem hilft, seinen Job zu wechseln und dadurch 10.000 Euro mehr im Jahr verdient?
Starte lieber etwas konservativer, wenn du noch keine Bewertungen hast. Biete deinen ersten Durchlauf zu einem reduzierten Preis an und bitte die Teilnehmer ehrlich um ausführliches Feedback und eine Bewertung. Diese ersten positiven Rückmeldungen sind unbezahlbar für den späteren Verkauf deiner Online Kurse.
Die richtige Verkaufsseite (Landingpage)
Deine Verkaufsseite ist dein digitaler Verkäufer. Sie muss Vertrauen schaffen und die Vorteile des Kurses klar kommunizieren. Konzentriere dich auf die Transformation, nicht auf die Features. Inspiration findest du zum Beispiel bei Rolf Dreyer Online-Kurse.
• Feature: „Der Kurs hat 10 Stunden Videomaterial.“ (Langweilig.)
• Transformation: „In 10 Stunden lernst du, wie du ab morgen 5 Stunden pro Woche sparst.“ (Spannend.)
Füge Testimonials (Kundenstimmen) hinzu. Zeige klar auf, was im Kurs enthalten ist und was nicht. Eine klare Handlungsaufforderung, wie „Jetzt anmelden und sofort starten“, darf am Ende nicht fehlen.
Nach dem Launch: Pflege deine Community
Dein Job ist mit dem Verkauf nicht beendet. Gute Kurse leben von der Betreuung und der Weiterentwicklung. Wenn Teilnehmer Fragen haben, antworte darauf. Das hilft nicht nur dem Einzelnen, sondern macht deinen Kurs für alle besser.
Überlege, ob du regelmäßige Q&A-Sitzungen (Frage-Antwort-Runden) anbietest oder eine geschlossene Gruppe (z.B. in sozialen Netzwerken), in der sich die Lernenden austauschen können. Diese Community ist oft ein großer Mehrwert und rechtfertigt einen höheren Preis.
Sei offen dafür, deinen Kurs regelmäßig zu aktualisieren. Technik verändert sich, Gesetze ändern sich. Wenn du deinen Kurs aktuell hältst, zeigst du deinen Kunden, dass du ihre langfristige Weiterbildung ernst nimmst. Erfahre mehr über die Erstellung von E-Learning Kursen in unserem Hauptbeitrag.
häufig gestellte fragen
wie lange dauert es, einen guten online kurs zu machen?
Die Zeit variiert stark je nach Komplexität deines Themas und deiner Erfahrung mit der Erstellung von Inhalten. Rechne realistisch mit vier Wochen bis zu drei Monaten für einen mittelgroßen Kurs, wenn du ihn neben deiner normalen Arbeit erstellst. Priorisiere Qualität der Inhalte vor der Perfektion der Produktion.
sollte ich mein kurs kostenlos anbieten, um bekannt zu werden?
Ein kostenloser Kurs (Freebie) kann eine tolle Möglichkeit sein, um E-Mail-Adressen zu sammeln und Vertrauen aufzubauen. Es ist aber ratsam, diesen Kurs klein zu halten, damit die Leute dein kostenpflichtiges Angebot sehen wollen. Kostenlos anzubieten, um später zu verkaufen, ist eine gängige Strategie.
was ist das wichtigste bei der aufnahme meiner ersten videos?
Das Wichtigste ist klarer Ton. Investiere in ein einfaches Ansteckmikrofon. Deine Beleuchtung sollte hell sein, idealerweise Tageslicht von vorne. Sei entspannt und sprich natürlich, als würdest du einem Freund etwas erklären. Perfektionismus ist hier dein größter Feind beim Kurs erstellen und verkaufen.
